|
Liebe Freundinnen, liebe Freunde des Blaues Kreuz Leipzig,
das Jahr neigt sich dem Ende zu und Heiligabend steht unmittelbar vor der Tür. Eine Zeit, in der wir innehalten, zurückblicken – und fragen: Was war dieses Jahr eigentlich alles los?
Auch für uns als Verein heißt es jetzt, eine Inventur zu machen. Nicht im klassischen Sinn, sondern als Rückschau auf all das, was wir in den vergangenen Monaten erleben durften. Auf Begegnungen, die berührt haben. Auf Momente, in denen Hilfe möglich war. Und auf Situationen, in denen Prävention, Aufklärung und Fürsorge einen spürbaren Unterschied machen konnten.
Es gab Erfolge, die uns dankbar gemacht haben. Es gab Herausforderungen, die uns gefordert haben. Und es gab Entwicklungen, durch die wir als Team gewachsen sind.
In diesem Freundesbrief möchten wir euch mitnehmen auf eine Reise durch unser Jahr – durch große und kleine Geschichten, durch bewegende Augenblicke und durch das, was uns als Blaues Kreuz Leipzig getragen und geprägt hat. |
| |
Andacht: Zwischen Perfektion und Gnade
Der Perfektionist strebt nach nichts Geringerem als Perfektion. Nach fehlerfreien Ergebnissen, nach Anerkennung, nach dem Gefühl, endlich genug zu sein.
Dorothy L. Greco beschreibt diesen inneren Antrieb sehr ehrlich. Sie erzählt von einem Leben, das davon geprägt war, alles richtig machen zu müssen: Bestnoten erzielen, immer gewinnen, alle zufriedenstellen. Misserfolg bedeutete Selbstverurteilung. Dahinter stand keine Stärke, sondern Unsicherheit – und ein falsches Verständnis von Gnade.
Viele von uns kennen dieses Gefühl. Wenn wir früh lernen, dass Liebe an Leistung geknüpft ist, schleicht sich ein leiser, aber hartnäckiger Gedanke ein: Mit mir stimmt etwas nicht. Scham beginnt unser Selbstwertgefühl zu verzerren, und Perfektionismus wird zur Strategie, um dazuzugehören und nicht abgelehnt zu werden.
Erschreckend ehrlich beschreibt Greco, dass dieser Perfektionismus sogar stärker wurde, als sie begann, Jesus nachzufolgen. Aus Angst, verurteilt oder ausgegrenzt zu werden, versuchte sie, ihren Wert vor Mitchristen zu beweisen. Obwohl sie verstand, dass sie aus Gnade gerettet war, lebte sie innerlich, als hätte sie diese Erlösung nur auf Kredit erhalten – jederzeit kündbar beim nächsten Fehler.
Vielleicht geht es uns ähnlich. Wir glauben an Gnade – und handeln doch oft so, als müssten wir sie ständig absichern.
Heute leben wir zusätzlich in einer Zeit, in der Perfektion scheinbar zum Greifen nah ist. Künstliche Intelligenz hilft uns, schneller zu arbeiten, Texte zu verbessern, Fehler zu vermeiden, Bilder zu optimieren. KI verspricht Effizienz und Qualität – und sie hält dieses Versprechen in vielen Bereichen auch ein.
Doch genau hier entsteht eine neue Herausforderung: Wenn alles immer besser, glatter und richtiger werden kann – wächst dann nicht auch der Druck, selbst immer perfekter zu sein?
KI kann unterstützen. Aber sie kann keinen inneren Frieden schenken. Sie kann Prozesse optimieren – aber keinen Menschen heilen. Sie kann Fehler reduzieren – aber keine Scham auflösen.
Der Wendepunkt in Grecos Geschichte kommt nicht durch Selbstoptimierung, sondern durch Ehrlichkeit. Als sie erkannte, dass Stolz und Angst ihren Perfektionismus antrieben, bekannte sie dies als Sünde. Nicht der Anspruch, besser zu werden, brachte Freiheit – sondern das Zulassen von Zerbruch und Gnade.
Wie die samaritanische Frau am Brunnen brauchte sie Jesus nicht, um sich zu beweisen, sondern um lebendiges Wasser anzunehmen. Nicht als Belohnung, sondern als Geschenk.
Gerade wir als Gemeinschaft des Blaues Kreuz Leipzig wissen: Veränderung beginnt nicht bei Perfektion, sondern bei Wahrheit. Heilung beginnt dort, wo Menschen aufhören, sich zu verstecken.
Darum gilt: Du musst nicht perfekt sein, um wertvoll zu sein. Du musst nicht alles im Griff haben, um angenommen zu sein. Du musst nicht optimiert sein, um gebraucht zu werden.
Du musst nur echt sein.
Und genau darin liegt Freiheit.
Autor: Sven Kreklau (inspiriert durch Freude am Heute) |
| |
Rückblick in Zahlen – Wachstum, das sichtbar wird
Nach diesen persönlichen Gedanken möchten wir euch nun ein Stück mit hineinnehmen in das, was unser Jahr ganz konkret geprägt hat. Zahlen können nicht alles ausdrücken – keine Begegnung, kein Gespräch und keine Geschichte vollständig erzählen. Und doch machen sie sichtbar, wo unsere Arbeit gewachsen ist und wie vielfältig die Anfragen und Möglichkeiten in diesem Jahr waren.
Einige Einblicke in das Jahr 2024:
-
Über 1.800 Beratungstermine im Bereich der Suchtberatung, Mobbingberatung sowie der MPU-Hilfe. Hinter jeder Zahl steht ein Mensch, eine Geschichte und der Mut, Hilfe in Anspruch zu nehmen.
-
96 Präventions-Workshops an Schulen und in anderen Einrichtungen. Prävention bleibt ein wichtiger Baustein unserer Arbeit, um frühzeitig zu stärken, aufzuklären und sensibel zu machen.
-
Erstmals eigene Seminarangebote In diesem Jahr konnten wir zum ersten Mal Seminare in verschiedenen Themenbereichen anbieten und damit neue Räume für Vertiefung, Austausch und Weiterbildung schaffen.
-
Wöchentliche Einsätze im Maßregelvollzug Besonders dankbar sind wir, dass wir in diesem Jahr wieder regelmäßig – einmal pro Woche – in den Maßregelvollzug gehen durften. Mit einem geistlichen Impuls möchten wir den Insassen einen Weg zur Hoffnung und zur Befreiung durch Jesus aufzeigen.
-
Wöchentliche Arbeit im Jugendgefängnis Regis-Breitingen Auch im Jugendgefängnis Regis-Breitingen waren wir wöchentlich im Einsatz, um jungen Inhaftierten ganz konkret Hilfe, Orientierung und Perspektiven für die Zeit nach der Haft anzubieten.
-
Starker Schwerpunkt Mobbingprävention an Schulen Persönlich freut es mich sehr, dass wir in diesem Jahr besonders viele Mobbingpräventionen an Schulen umsetzen konnten. Dieses Thema bewegt uns sehr und zeigt, wie groß der Bedarf an Schutz, Aufklärung und Stärkung ist.
-
Unterstützung beim Schutzkonzept der AHF-Schule Zudem durften wir die AHF-Schule bei der Vorstellung ihres Schutzkonzeptes begleiten. Im Rahmen eines pädagogischen Tages konnten wir unsere Erfahrungen und Erkenntnisse einbringen und gemeinsam weiterdenken, wie Kinder und Jugendliche besser geschützt werden können.
-
Zwei Besinnungswochen In Johanngeorgenstadt und Obercrinitz konnten in diesem Jahr zwei Besinnungswochen stattfinden – Zeiten der Ruhe, der Reflexion und der geistlichen Ausrichtung.
-
Gründung des Bethlehemstifts als gGmbH Im Januar hat die neu gegründete gGmbH den Bethlehemstift erworben. Gesellschafter ist das Blaue Kreuz Leipzig. Zukünftig soll der Bethlehemstift nicht nur als Herberge dienen, sondern betreutes Wohnen für suchtkranke Menschen ermöglichen und zugleich ein geistliches Zentrum im Erzgebirge sein.
-
Mehrere Blaue-Kreuz-Gottesdienste Darüber hinaus durften wir im Laufe des Jahres mehrere Blaue-Kreuz-Gottesdienste feiern, in denen Gemeinschaft, Ermutigung und geistliche Stärkung im Mittelpunkt standen.
All diese Entwicklungen machen uns dankbar – und sie zeigen, dass unsere Arbeit gebraucht wird. Gleichzeitig erinnern sie uns daran, wie wichtig eure Unterstützung, euer Vertrauen und euer Mittragen sind.
Text: Sven Kreklau; Bild: Canva |
| |
|
|
Seminar für Angehörige |
|
Sucht hat etwas zu offenbaren, mit Erkenntnissen von Gabor Mate´
|
|
|
| |
Ein besonderes Seminarangebot für Angehörige Suchtkranker
Mit den Angehörigenseminaren, die wir in diesem Jahr neu begonnen haben, verfolgen wir einen bewusst ganzheitlichen Ansatz im Umgang mit Suchterkrankungen. Grundlage dabei ist unter anderem die Sichtweise des Arztes und Traumaforschers Gabor Maté, der davon ausgeht, dass Sucht nicht nur ein Problem ist, das bekämpft werden muss, sondern auch etwas zu offenbaren hat. Sucht weist auf tiefere Verletzungen, Bedürfnisse und Zusammenhänge im Leben eines Menschen hin.
In den Seminaren geht es darum, diese Perspektive kennenzulernen und zu verstehen: Sucht als Krankheit ernst zu nehmen – und zugleich als Hinweis auf einen tieferen Sinn und ungelöste innere Prozesse.
Die Seminare fanden mit Übernachtung im Bethlehemstift Neudorf statt und boten damit bewusst Raum für Entschleunigung, Austausch und persönliche Reflexion. Ergänzt wurde das inhaltliche Programm durch praktische und gesundheitsfördernde Elemente: Eine geführte Kräuterwanderung sowie das Herstellen von Salben und Ölen unter Anleitung von Elisabeth Knechtel, Gesundheitsberaterin im Bethlehemstift Neudorf.
Diese Verbindung aus fachlichem Input, persönlichem Austausch, geistlicher Reflexion und praktischen Angeboten wurde von den Teilnehmenden als sehr wohltuend und stärkend erlebt.
Ein großer Teil der Seminarkosten konnte dank Förderungen der Krankenkassen abgedeckt werden. Dadurch wurde das Angebot für viele Angehörige überhaupt erst zugänglich – wofür wir sehr dankbar sind.
Dieses Seminar steht beispielhaft für den Weg, den wir als Blaues Kreuz Leipzig gehen möchten: Hin zu einer Arbeit, die den Menschen in seiner ganzen Lebensrealität sieht – körperlich, seelisch, sozial und geistlich. Auch im nächsten Jahr wollen wir dieses Erfolgreiche Seminar und viele andere tolle Seminare anbieten. Schau dazu gerne mal auf unserer Webseite.
Text: Sven Kreklau; Bild: Canva |
| |
Eine tolle Neuigkeit: FSJ beim Blauen Kreuz Leipzig
Bei aller Rückschau auf das vergangene Jahr gibt es auch erfreuliche Entwicklungen, die uns mit großer Dankbarkeit erfüllen. Eine davon möchten wir besonders hervorheben.
Ab diesem September können wir erstmals zwei FSJ-Kräfte im Blauen Kreuz Leipzig beschäftigen und begleiten. Damit eröffnen sich für junge Menschen neue Möglichkeiten, sich in unserer Arbeit einzubringen, Verantwortung zu übernehmen und soziale Arbeit ganz praktisch kennenzulernen.
Möglich wurde dies durch die Zusammenarbeit mit Netzwerk M, einem starken Partner, der christliche Werte lebt und vermittelt. Wir sind dankbar, dass wir als anerkannter Einsatzstellen-Träger aufgenommen wurden und nun offiziell FSJ-Kräfte beschäftigen und fachlich wie persönlich begleiten dürfen.
Für uns ist das ein großer Gewinn – nicht nur organisatorisch, sondern auch menschlich. Die jungen Menschen bringen neue Perspektiven, Fragen und Impulse mit in unsere Arbeit und bereichern unser Team auf vielfältige Weise. Gleichzeitig ist es uns ein großes Anliegen, sie in diesem prägenden Lebensabschnitt gut zu begleiten, zu stärken und ihnen Raum für persönliche und geistliche Entwicklung zu geben.
Diese Entwicklung sehen wir als Investition in die Zukunft – für die jungen Menschen selbst, aber auch für die soziale und diakonische Arbeit insgesamt.
Text: Sven Kreklau; Bild: Netzwerk M |
| |
Ein besonderer Höhepunkt: Gemeinschaft erleben
Ein ganz besonderer Moment in diesem Jahr war ein gruppenübergreifendes Treffen, bei dem Gemeinschaft ganz praktisch erlebbar wurde. Bei einem gemeinsamen Grillabend folgten rund 60 Personen unserem Aufruf und kamen zusammen.
Vertreten waren Selbsthilfegruppen, die Angehörigengruppe, die Selbsthilfegruppe aus Riesa, Teilnehmende der Blau-Kreuz-Bibelstunde, Mitglieder des Blauen Kreuz Leipzig inklusive Vorstand, Mitarbeitende des Blauen Kreuz Leipzig mit ihren Familien sowie Freunde des Vereins.
Dank der großen Gastfreundschaft von Norman Streller, der seinen Garten zur Verfügung stellte, entstand ein offener und geschützter Raum für Begegnung und Austausch. In einer entspannten, neutralen Atmosphäre konnten Menschen zusammenkommen, die sich sonst oft nur aus unterschiedlichen Kontexten oder Arbeitsbereichen kannten.
Dieser Abend war etwas ganz Besonderes. Menschen begegneten sich auf Augenhöhe, hörten einander zu und lernten sich neu kennen – jenseits von Rollen, Funktionen oder Gruppenzugehörigkeiten. Gerade diese Offenheit machte den Austausch so wertvoll.
Aus diesen Begegnungen sind neue Impulse für unsere Arbeit entstanden – Ideen, Gedanken und Verbindungen, die uns auch in Zukunft begleiten werden. Dieser Abend hat eindrücklich gezeigt, wie viel Kraft in Gemeinschaft liegt und wie wichtig Räume sind, in denen Menschen einfach zusammenkommen dürfen.
Text: Sven Kreklau; Bild: Norman Streller |
| |
Neu entstanden: Selbsthilfegruppe „Nachsorgegruppe Kompass“
Seit April dieses Jahres ist mit der Nachsorgegruppe Kompass eine neue Selbsthilfegruppe entstanden. Sie richtet sich speziell an Menschen nach einem Klinikaufenthalt und versteht sich als wichtiger Baustein in der Phase der Nachsorge.
Die Nachsorgegruppe Kompass ersetzt keine therapeutische Nachsorge, wie sie beispielsweise durch die Diakonie Suchtberatungsstelle Leipzig angeboten wird. Vielmehr bietet sie Raum für Austausch auf einer anderen Ebene: ehrlich, alltagsnah und getragen von gegenseitiger Unterstützung. Hier wachsen wir gemeinsam – an unseren Herausforderungen ebenso wie ganz bewusst an unseren Erfolgen.
Ein besonderer Bestandteil der Gruppe ist der regelmäßige Fachinput. Etwa alle zwei Monate wird die Gruppe durch einen Referenten thematisch bereichert. Gleichzeitig spielt die Sinnsuche eine zentrale Rolle – die Frage danach, wie ein suchtfreies Leben mit Perspektive, Verantwortung und innerer Stabilität gelingen kann.
Besonders ermutigend ist, dass der Großteil der Gruppenmitglieder Menschen sind, die ich selbst in eine Rehabilitationsmaßnahme vermitteln durfte und die bis heute suchtmittelfrei leben. Diese Stabilität und Kontinuität macht Mut – nicht nur den Teilnehmenden selbst, sondern auch uns als Begleitende.
Der Erfolg dieser Gruppe zeigt sich auch darin, dass sie sich sehr gut selbst organisiert. Nicht nur ich, Sven Kreklau, als Suchtberater begleite die Gruppe in leitender Funktion – auch die Teilnehmenden selbst übernehmen Verantwortung, bringen Themen ein und gestalten die Inhalte aktiv mit.
Auf Wunsch der Gruppe finden die Treffen inzwischen wöchentlich statt. Die Nachsorgegruppe Kompass trifft sich jede Woche um 18 Uhr in der Beratungsstelle Leutzsch. Die Gruppe wächst stetig und zeigt eindrücklich, wie wichtig verbindliche Gemeinschaft auf dem Weg in ein stabiles, suchtfreies Leben ist.
Text: Sven Kreklau; Bild Kompass |
| |
|
Herausforderungen und Abschiede |
|
Zu einem Jahresrückblick gehören nicht nur Erfolge und Wachstum, sondern auch die Herausforderungen,
die uns bewegt und manchmal auch still gemacht haben.
In diesem Jahr mussten wir uns – zumindest aus der aktiven Mitarbeit – von Christa Toschner verabschieden.
Christa war über Jahrzehnte hinweg Mitarbeiterin, Weggefährtin und Freundin des Blauen Kreuz Leipzig. Sie hat unsere Arbeit nachhaltig geprägt und war seit der Entstehung des Blauen Cafés in Leipzig von Anfang an dabei.
|
|
|
| |
|
Für viele war Christa die gute Seele des Blauen Kreuz Leipzig. Als Mitarbeiterin im Blauen Café hat sie nicht nur die Gäste bewirtet, sondern ihnen mit ihrer einfühlsamen, offenen und herzlichen Art begegnet. Sie hatte ein Gespür für Menschen, für ihre Geschichten und für das, was zwischen den Worten lag. Damit war sie eine große Bereicherung – für die Gäste ebenso wie für unser gesamtes Team.
Im Juni musste Christa plötzlich ins Krankenhaus. Zu diesem Zeitpunkt wusste noch niemand, was die Ursache für ihren Zustand war. Nach einer schweren Erkrankung, von der sie sich aktuell noch erholt, musste sie sich schließlich schweren Herzens aus der aktiven Mitarbeit zurückziehen.
Dieser Abschied fällt uns nicht leicht. Gleichzeitig blicken wir mit großer Dankbarkeit auf eine gemeinsame, erfolgreiche und gesegnete Zeit zurück. Christas Engagement, ihre Treue und ihr Herz für die Menschen bleiben ein fester Teil der Geschichte unseres Vereins.
Auf diesem Weg möchten wir Christa unsere größte Wertschätzung und Hochachtung aussprechen. Wir gedenken ihrer Leistung und danken ihr von Herzen für alles, was sie für das Blaue Kreuz Leipzig und die Menschen getan hat.
Text: Sven Kreklau; Bild: Katrin Clement |
| |
Gedanken und Gebete für Irene Löwen
Auch unsere langjährige Mitarbeiterin Irene Löwen steht weiterhin vor großen gesundheitlichen Herausforderungen. Viele kennen sie seit vielen Jahren und wissen um ihre wertvolle, verlässliche und engagierte Arbeit im Blauen Kreuz Leipzig.
Irene kämpft bereits seit längerer Zeit mit einer schweren Erkrankung. Wir bedauern ihren gesundheitlichen Zustand sehr und möchten auch auf diesem Weg unsere Gedanken, unsere Verbundenheit und unsere Gebete ausdrücken. Irene war und ist ein wertvoller Teil der Arbeit im Blauen Kreuz Leipzig.
Unerwartete Sorge um Katrin Clement
Sehr bewegt hat uns auch die plötzliche Nachricht im November, dass Katrin Clement unerwartet ausgefallen ist. Nach einem so bewegten Lebensweg, in dem vieles gut und stabil schien, kam sie plötzlich mit einem Herzinfarkt ins Krankenhaus.
Derzeit befindet sich Katrin in der Reha und ist auf einem guten Weg der Genesung. Darüber sind wir sehr dankbar. Voraussichtlich wird sie uns im neuen Jahr wieder unterstützen können – worauf wir uns sehr freuen. |
| |
Finanzielle Herausforderungen
Neben den persönlichen Abschieden standen wir in diesem Jahr auch vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Die sozialen Ausgaben im Freistaat Sachsen wurden massiv gekürzt. Viele soziale Träger und Vereine spüren diese Entwicklung sehr deutlich – und leider wurde auch in wichtigen Bereichen sozialer Arbeit gekürzt oder ganz gestrichen.
Besonders betroffen ist die Präventionsarbeit. Für das kommende Jahr wurden hier sämtliche öffentlichen Mittel gestrichen. Das trifft nicht nur einzelne Projekte, sondern die Grundlage eines Arbeitsbereiches, der langfristig Leid verhindern und frühzeitig unterstützen soll.
Auch wir als Blaues Kreuz Leipzig stehen vor diesen Herausforderungen. Bei zwei unserer Mitarbeitenden sind in diesem Jahr die Förderungen ausgelaufen. Eine Anschlussförderung ist nicht möglich. Um diese Mitarbeitenden weiterhin beschäftigen zu können, müssen ihre Stellen nun über Spenden sowie über Erlöse aus unserer Präventionsarbeit die wir noch über die Schulen abrechnen können getragen werden.
Darüber hinaus sind wir im kommenden Jahr gezwungen, für einzelne Dienstleistungen eine Aufwandsentschädigung zu erheben, um die laufenden Kosten zu decken und unsere Mitarbeitenden weiterhin verlässlich bezahlen zu können. Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, sie ist jedoch notwendig, um die Qualität und Kontinuität unserer Arbeit zu sichern.
Wir teilen diese Informationen bewusst offen mit euch, weil ihr als Freundinnen und Freunde des Blauen Kreuz Leipzig Teil dieser Arbeit seid. Eure Unterstützung – ideell, im Gebet und auch finanziell – trägt entscheidend dazu bei, dass unsere Angebote auch unter schwieriger werdenden Rahmenbedingungen weiterbestehen können.
Text: Sven Kreklau |
| |
Dank, Zuversicht und ein Blick nach vorn
Wenn wir auf dieses Jahr zurückblicken, dann sehen wir vieles gleichzeitig: Wachstum und Freude, Herausforderungen und Abschiede, Fragen und neue Wege. Nicht alles war leicht. Manches hat uns gefordert, manches bewegt und manches auch still gemacht.
Und doch sind wir dankbar. Dankbar für jede Begegnung. Dankbar für jedes Vertrauen, das uns entgegengebracht wurde. Dankbar für alle Menschen, die diese Arbeit möglich machen – haupt- und ehrenamtlich, im Hintergrund und ganz sichtbar.
Ein besonderer Dank gilt auch unseren Netzwerkpartnern, den Schulen, Bildungseinrichtungen und anderen sozialen Einrichtungen mit denen wir in diesem Jahr zusammenarbeiten durften. Danke für das Vertrauen in unsere Arbeit, für die Offenheit gegenüber unseren Themen, für den reibungslosen Ablauf und für die gute, verlässliche Zusammenarbeit. Ohne diese Partnerschaften wäre vieles von dem, was wir umsetzen konnten, nicht möglich gewesen.
Als Blaues Kreuz Leipzig dürfen wir Tag für Tag erleben, dass Veränderung möglich ist. Nicht durch Perfektion, nicht durch äußere Stärke, sondern durch Ehrlichkeit, Beziehung und Hoffnung. Gerade in einer Zeit, die immer schneller, lauter und künstlicher wird, wollen wir ein Ort bleiben, an dem Menschen echt sein dürfen.
Wir gehen in das kommende Jahr mit offenen Fragen, aber auch mit Zuversicht. Mit neuen Ideen, mit Verantwortung – und mit dem Vertrauen, dass Gott diese Arbeit trägt, auch dann, wenn Wege unklar werden.
Danke, dass ihr diesen Weg mit uns geht. Danke für eure Unterstützung, eure Verbundenheit, eure Gebete und eure Treue.
Wir wünschen euch eine gesegnete Zeit, Momente der Ruhe und Menschen an eurer Seite, bei denen ihr nichts darstellen müsst – sondern einfach sein dürft.
Denn echt sein verändert Leben.
Im Namen des gesamten Teams eures Blauen Kreuz Leipzig 🤍
Autor: Sven Kreklau |
| |
|